Abfallwirtschaft

Entwicklung und Einführung eines Konzeptes zu Abfallwirtschaft und Umweltpädagogik im Dorf Sani, Zanskar

In den letzten Jahren hat sich in Sani, im gesamten Gebiet Ladakh, eine Abfallproblematik entwickelt, mit der die Bevölkerung nicht umzugehen weiß. Die Lage der Region Ladakh, nördlich des Himalayas, schottete die Bevölkerung bis vor einigen Jahren fast vollständig vor dem Einfluss der westlichen Kultur ab. Das Leben der Bevölkerung gestaltete sich bis zu diesem Zeitraum als autarke Gesellschaft. Die Menschen verwendeten alle Produkte, die sie erzeugten und produzierten in diesem Sinne keine Abfälle. Durch die Einflüsse der Modernisierung und des Tourismus veränderte sich die Situation in Ladakh. Die Gesellschaft vollzieht zurzeit einen Wandel von der autarken Gesellschaft hin zur Konsumgesellschaft. Sowohl der Konsum- als auch ein Besitzanspruchsgedanke halten Einzug in das Denken der Bevölkerung. Dadurch werden Konsumgüter und andere Güter in das tägliche Leben der Menschen integriert. Diese jedoch haben zur Folge, dass durch ihre Verpackungen, Nutzungsdauer, Nebenprodukte und bei ihrer Anwendung selbst Abfälle entstehen. Einer Bevölkerung, die bis dato alles verwertet hat, fehlt das Gefühl und das Wissen, um diese Güter als Abfälle zu erkennen. Den Menschen fehlt das Bewusstsein, diese Abfälle als Umweltproblem und Gefahr zu erkennen.
Das Projekt wird die entstandene Abfallproblematik erfassen und analysieren. Auf Grundlage der Problemanalyse werden Lösungsmöglichkeiten erarbeitet, die sich mit zwei thematischen Aspekten, Abfallwirtschaft und Umweltpädagogik, beschäftigen werden. Das erarbeitete Gesamtkonzept wird die beiden thematischen Aspekte aufgreifen. Die Zusammenführung der Abfallwirtschaft und der Umweltbildung soll der Bevölkerung die Notwendigkeit des Projektes vermitteln, das Verständnis der Problematik bewirken und die Einbindung der Bevölkerung in das Projekt vereinfachen.
Der abfallwirtschaftliche Aspekt des Konzeptes wird sich mit der Abfallsituation, die sich im Dorf bietet, beschäftigen. Dabei wird die Abfallsituation und das Abfall- und Konsumverhalten der Bevölkerung analysiert. Die Analyse soll die anfallenden Abfälle in ihrer Art, ihrem Aufkommen sowie ihrer jetzigen Entsorgung und Verwertung erfassen. Die Daten der Analyse sollen als Grundlage zur Erarbeitung eines abfallwirtschaftlichen Konzeptes dienen, bei dem Möglichkeiten der Vermeidung, Verwertung und Entsorgung aufgezeigt und Umsetzungsstrategien, wie ein Sammlungssystem, erarbeitet werden sollen.
Der umweltpädagogische Aspekt soll bei der örtlichen Bevölkerung, in Workshops und im Schulunterricht, ansetzen und sich mit dem fehlenden Umweltbewusstsein sowie dem fehlendem Wissen bezüglich der anfallenden Abfälle beschäftigen. Dabei sollen soziale Strategien erarbeitet und umgesetzt werden, die die lokale Bevölkerung in die Durchführung des Projektes einbinden und ihnen die Möglichkeit bieten sollen, das eingeführte Abfallsystem selbstständig durchzuführen. Ziel der problemorientierten Umweltbildung ist es die Bevölkerung für die Abfälle, die sie produzieren, zu sensibilisieren. Gemeinsam sollen Handlungsperspektiven erarbeitet werden, da die Bevölkerung ihre Bedürfnisse und Lebensumstände kennt und mit den regionalen Gegebenheiten in allen Jahreszeiten vertraut ist.
Desweiteren sollen Möglichkeiten zur Ausweitung des Konzeptes auf das gesamte Zanskartal oder eine Anwendung des Konzeptes in ähnliche Regionen berücksichtigt und beurteilt werden. Ein Ziel des Projektes soll sein das erarbeitete Konzept und die Einführung des Konzeptes vor Ort in der Region als Beispiel zur Handhabung der Abfallproblematik zu verbreiten und den Menschen die Thematik zu verdeutlichen.

Entwicklung und Einführung eines Konzeptes zu Abfallwirtschaft und Umweltpädagogik im Dorf Sani, Zanskar

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