Abfälle ziehen ins Zanskartal ein…

Im Zanskartal finden immer mehr Konsumgüter ihren Weg in das Alltagsleben der Bevölkerung. Dadurch entstehen Abfälle, wie z.B. Kunststoffe von Verpackungen, Batterien oder ausgediente Elektrokleingeräte. Aufgrund der sich entwickelnden Abfallproblematik fand eine Besuchsreise eines angehenden Ingenieurs in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Sani Zanskar e.V. im August und September 2010 statt. Bestandteile der Besuchsreise waren eine Vorortanalyse der Abfallproblematik, Gespräche mit Organisation und der Bevölkerung und Erkundung der regionalen Gegebenheiten.

Eine erste Vorortanalyse ergab, dass die Abfälle sich auf Kunststoff- und Elektronikabfälle beschränken. Organische Abfälle kommen nicht vor, da diese vor Ort verwertet werden. Der Eintrag der Kunststoff- und Elektronikabfälle ist auf die Einfuhr von Konsumgütern zurückzuführen. Insbesondere Verpackungsabfälle gelangen direkt nach Gebrauch in die Umwelt. Mit Verzögerung, aufgrund eines temporären Gebrauchs, finden Elektronikabfälle und PET-Flaschen ihren Weg in die Umwelt. Die beschriebenen Abfälle verbreiten sich im ganzen Tal. Durch wetterbedingte Einflüsse, wie Wind werden die Abfälle auch aus den Dörfern ausgetragen und in der Landschaft verteilt. Insbesondere vermehren sich auf diese Weise die Abfallmengen in stehenden Wasserkörpern.

Ein Abfallstrom, der nur vereinzelt vorkommt, insbesondere in Padum und teilweise in Sani, sind Abfälle aus der medizinischen Behandlung. In Padums Krankenstation fallen täglich Abfälle aus der Behandlung der Patienten an. Diese Abfälle sind teilweise infektiös. Im Gegensatz zu Padum fallen in Sanis Krankenstation nur während einiger Zeiträume eines Jahres medizinische Abfälle an.

Eine Bilanzierung der Abfälle war in dem kurzen Zeitraum nicht möglich, da es keine übersichtliche Datenlage gab. Eine Möglichkeit sich einer Abfallbilanz anzunähern wäre die Bilanzierung aller bestellten Produkte der Geschäfte und deren Verkäufe.

Gespräche vor Ort zeigten, dass es einen einheitlichen Umgang mit Abfällen gibt. Alles was die Menschen nicht benötigen verbrennen Sie in offenen Feuern. Es wird nur das verbrannt, dass im Haushalt Verwendung findet. Zur Verbrennung werden die Abfälle aufgehäuft, mit Kerosin übergossen und angezündet. Teilweise gibt es spezielle Verbrennungsorte, die aber nur mittels Steinen gegen die Ausbreitung des Feuers geschützt werden. In Padum sind Metalltonnen aufgestellt, in Eigeninitiative, in denen teilweise Abfälle entsorgt werden. Jeden morgen werden die Inhalte dieser Tonnen angezündet. Der beißende Rauch, der bei der Verbrennung ensteht, zieht durch das Dorf.

Medizinische Abfälle, die bei der medizinischen Behandlung anfallen, werden zusammen gesammelt und auf die gleiche Weise verbrannt, wie zuvor beschrieben. Aufgehäufter Abfall, wie er oben zu sehen ist, wird mit Kerosin übergossen und angezündet.

Bei der Betrachtung der Abfallproblematik ist auch die regionale Situation zu beachten. Im Zanskartal sind viele kleinere Dörfer dessen Mittelpunkt Padum bildet. Die Ortschaften sind mehr oder weniger gut mit Autos, Bussen oder Taxen erreichbar, je nach Lage und Straßenausbau.

Die Besuchsreise zeigte, dass bei weiten Teilen der Bevölkerung die Sensibilität für die Abfallproblematik fehlt. Sie sehen in den Abfällen kein Problem und sind sich nicht über möglichen Auswirkungen der Abfälle bewusst. Einige Menschen vor Ort sehen das Problem und versuchen eine Lösung zu finden, wie z.B. das Aufstellen der Metalltonnen und die Verbrennung zeigen.

Während der Besuchsreise sind Kontakte vertieft und geschlossenen worden. Insbesondere mit interessierten Personen der Bevölkerung, wie auch mit der Buddhist Association und LEDeG wurde die Thematik erörtert und vertieft. Diese Gespräche wiesen auf, dass der Wille vorhanden ist sich mit diesem Problem zu beschäftigen.

Zur Lösung der Abfallproblematik bietet sich ein regionales Vorgehen an. Ein erster Ansatzpunkt ist die Bevölkerung. Umweltbildene Maßnahmen für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen dienen dabei zur Schaffung eines Umweltbewusstseins und einer Sensibilisierung für die Problematik. Aufgrund der regionalen Lage des Zanskartales ist es schwierig mögliche Märkte für Produkte, die sich aus der Abfallbehandlung ergeben können, zu bedienen. Transporte sind nur durch Kosten zu decken, die eine Abfallbehandlung normalerweise nicht abwirft. Ein Sammlungssystem unter Einbindung medizinischer Abfälle, das unterschiedliche Abfälle sortiert ist zu entwickeln. PET-Flaschen bieten dabei z.B. die Möglichkeit einer Verwertung und nachfolgenden Nutzung. Insbesondere die medizinischen Abfälle sollen in infektiöse und nicht infektiöse zu unterteilen. Für die infektiösen Abfälle bietet sich eine Verbrennung vor Ort an, die sich an Umweltstandards orientiert.

Ein Gesamtkonzept wird erarbeitet, dass die genannten Aspekte berücksichtigt. Für das weitere Vorgehen sind auch Fördermöglichkeiten für das Gesamtkonzept zu sichten und zu akquirieren. Im Sommer 2011 ist eine weitere Besuchsreise geplant, um das Vorgehen abzustimmen, die Analyse der Abfallproblematik zu verfeinern, weitere Partner zu gewinnen und erste Maßnahmen anzustoßen.

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